18.07.2025 Exkursion Missionsplatz Emden

Die Sommerexkursion des NABU Ohrekreis führte am 18. Juli in den Emdener Forst.

Geplant war eine Nachmittagswanderung um den Emdener Missionsplatz. Das ist ein Waldstück mit mehreren mächtigen Uraltstieleichen (13 sollen es sein), deren Alter auf ca. 500 Jahre geschätzt wird. Andere Quellen reden von bis zu 900 Jahren. Einige der Eichen sind nicht mehr grün. Das Missionsplatzwaldstück wurde bereits 1939 als Schutzgebiet ausgewiesen und hat heute den Schutzstatus „Naturdenkmal“ (ND).

Von Bedeutung ist der Missionsplatz für alle Christen. Seit 1863 findet hier jährlich das traditionelle Missionsfest zu Christi Himmelfahrt statt, mit Gottesdienst unter freiem Himmel. Von den vier Exkursionsteilnehmern hatte noch nie einer am Missionsfest teilgenommen.

Man konnte gespannt sein, wie es auf dem Missionsplatz aussieht. Der Platz war gemäht und außer ein paar Holzkreuzresten an einer der Starkeichen deutete nichts auf die Bedeutung des Platzes hin. Die Starkeichen auf dem Platz waren alle noch grün. Dagegen waren weiter östlich befindliche mehr oder weniger abgestorben. Eine nähere Begutachtung war nicht sinnvoll, da der gesamte südöstliche Teil aufgeforstet, hoch gezäunt und ziemlich zugewachsen war (u. a. Himbeeren und Brombeeren). Da es an diesem Nachmittag eher schwülwarm war, wollte sich keiner ein Zaunüberklettern und durchs Gestrüpp kämpfen zumuten. Zu sehen waren die dortigen Starkeichen auch vom Weg aus, auf dem die Exkursion fortgesetzt wurde.

Am Wegrand fielen verschiedene Blühpflanzen auf, u. a. Lanzettdistel, Schmalblättriges Weidenröschen, Tüpfelhartheu (Gegen das Licht gehalten kann man in den Blättchen die namensgebenden Tüpfel erkennen.) und Gemeine Nelkenwurz. Letztere verbreitet sich mittels behakter Früchte, die nur schwer von der Kleidung zu entfernen sind. Auf den Blüten gab es auch Besucher: Rosenkäfer auf Wiesenkerbel, Streifenwanze auf Klettenkerbel. Und es war nebenbei auch genügend Zeit zum Austausch, was man wo Besonderes gesehen hat.

Dann ging es in einen Waldweg. Auf der benachbarten Aufforstungsfläche wurde ein Strauch mit roten Früchten entdeckt: Hirschholunder. Exkursionsleiter Michael Wetzel erklärte den  Erkennungs-unterschied der bei uns wild vorkommenden Holunderarten, wenn keine Blütenstände vorhanden sind: braunes Mark in der Zweigen = Hirschholunder, weißes Mark = Schwarzer Holunder.

Eine ausgetrocknete Pfütze war flächig mit einer etwa 15 cm hohen Pflanze mit breit lanzettlichen Blättern und „Tuten“ an den Knoten bestanden. Getreu dem Botanikergrundsatz „erstmal riechen und schmecken“ kam man der Artbestimmung schon näher. Ein pfeffriger Geschmack verriet: Pfefferknöterich. Früher wurde er als Würzkraut verwendet.

Mitten auf dem Weg stand eine blühende Wilde Möhre. Was nicht alle wussten: Starke Exemplare haben in der Mitte der ansonsten weißen Dolde ein lila Blütchen … das musste fotografisch festgehalten werden.

Im anschließenden schattigen Waldbereich wurden dann nur noch wenige blühende Pflanzen angetroffen: Ruprechtskraut (stinkt bei Reibung, deshalb auch Stinkstorchschnabel), Kleinblütiges Springkraut (stammt aus Asien; Früchte schleudern die Samen bei Berührung), Knotige Braunwurz (Namensgeber für eine ganze Pflanzenfamilie), Waldziest (lilaroter Lippenblütler). Moos gab es auch. Die Bestimmungs-App zeigte Gemeines Widertonmoos (auch Goldenes Frauenhaar) an. Ob es das wirklich war?

Nach dem Luftbild musste sich nördlich des Missionsplatzes ein Kleingewässer befinden. Das sollte unbedingt noch begutachtet werden. Die in der Karte eingetragenen Wege waren nicht vorhanden oder mit Brombeergestrüpp zugewachsen. Also wurde sich größtenteils durch den Bestand gekämpft. Das vermeintliche Gewässer war dann völlig verkrautet und rundherum verbuscht. Da nicht ersichtlich war, wie der dortige Untergrund beschaffen ist, traute sich niemand auf die Fläche.

Nachdem der Abstecher zum Kleingewässer doch etwas beschwerlich war und es zunehmend schwüler wurde, waren alle froh, den Rest auf befestigten Wegen zurückzulegen.

  

gez. Wetzel

Und hier ist der Exkursionsbericht zum Ausdrucken:

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Bericht Exkursion 18.07.2025 Missionsplatz Emden
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