20.10.2019 Pilzexkursion Schricker Wald

 Für den 20. Oktober war in unserem Jahresplan eine Pilzexkursion in den Schricker Wald vorgesehen. Aufgrund des sehr trockenen Sommers war auf unserer Internetseite vorab das „Pilz“ durchstrichen und eine Herbstexkursion angekündigt worden. Da seit Ende September im Exkursionsgebiet etwa 100 mm Regen gefallen waren, gab es nun aber doch genügend Pilze und die Exkursion konnte mit ihrem ursprünglichen Anliegen durchgeführt werden. 

Zwölf Interessierte hatten sich am Treffpunkt eingefunden. Nach ein paar einleitenden Worten durch Exkursionsleiter Michael Wetzel ging es auch gleich auf die etwa 4,5 km lange Pilzsuchrunde. Wegen des üppigen Unterwuchses hielten sich die Funde zunächst in Grenzen. Auffällig waren jedoch zahlreiche vorwiegend ältere Safranschirmpilze. Die färben sich in ganz jungem Zustand an den Schnitt- und Druckstellen orange, daher wohl auch der Name.

Dann wurden verschiedene Röhrlinge gefunden: Marone (kennt wohl jeder), Ziegenlippe, Rotfußröhrling, Butterpilz. Dann zogen Baumpilze die Aufmerksamkeit auf sich: Birkenporling, Zunderschwamm und Grünblättriger Schwefelkopf. Am Wegrand standen hier und da Boviste. Für die beiden Kinder war ein alter Flaschenbovist besonders interessant. Bei leichtem Druck entlässt dieser seine Sporen durch eine Öffnung an der Spitze; wie eine Staubwolke.

Neben verschiedenen Täublingsarten (spröde Blätter) wurden dann auch Krause Glucken gefunden. Die sehen aus wie ein Schwamm und stehen immer in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Kiefer. Sie sind nicht leicht zu säubern, schmecken aber hervorragend.

Auch bekannte Giftpilze aus der Gruppe der Wulstlinge wurden entdeckt: Fliegenpilz, Gelber Knollenblätterpilz und Pantherpilz. Letzterer lässt sich durch die glatte Stielmanschette von den essbaren Doppelgängern (Perlpilz, Grauer Wulstling), die geriefte Manschetten haben, gut unterscheiden. Dann gab es noch lilafarbene Pilze: Violetter Rötelritterling (hervorragender Speisepilz, der erst mit beginnendem Laubfall erscheint), Rettichhelmling (riecht nach Radieschen), Amethystfarbener Lacktrichterling (gut für sauer eingelegte Pilze, behalten dabei ihre Farbe). Was noch fehlte, war der klassische Steinpilz. Davon wurden auf dem Rückweg dann mehrere meist ältere, stattliche Exemplare gefunden.

Am Ende standen auf der Liste 29 Pilzarten. Da die Sammelkörbe auch weitgehend gefüllt waren, waren alle zufrieden. Ungeklärt blieb, wer denn die Funde putzt und wie verarbeitet … 

Tabelle: Pilzliste; © Michael Wetzel