14.05.2023 Exkursion Viktoriasee

Unsere Maiexkursion führte am 14.05.23 in das ehemalige innerdeutsche Grenzgebiet, zum Viktoriasee. Von dort sind Vorkommen zweier seltener Orchideenarten bekannt: Sumpfsitter (Epipactis palustris, Ep) und Helmknabenkraut (Orchis militaris, Om). Da Exkursionsleiter Michael Wetzel die genauen Standorte nicht bekannt waren, hatte er einen Vorortkenner hinzugeladen. Leider musste dieser kurzfristig absagen. Immerhin waren die Messtischblattquadranten/-koordinaten bekannt. Also machten sich die drei Exkursionsteilnehmer anhand einer Karte auf den Weg. Vielleicht war zumindest das auffällig blühende Helmknabenkraut auch so zu finden.

 

Vom Ortsrand Offleben aus ging es zunächst auf dem ehemaligen Kolonnenweg entlang. Hier befindet sich eine Informationstafel, auf der über einen versuchten Grenzübertritt mit Todesfolge aus 1964 berichtet wird.

Info-Tafel am Kolonnenweg; Foto: Michael Wetzel
Info-Tafel am Kolonnenweg; Foto: Michael Wetzel

Nach Erreichen eines Birkenwäldchens (vermutlich altes Abbau-/Haldengelände) wurde nach Süden in eine Wiese abgebogen.

An den Waldrändern und danach auch im Wald selbst wurde das Große Zweiblatt (Listera ovata; Lo) entdeckt. Das ist eine auf frischen anspruchsvollen Standorten weit verbreitete Waldorchidee, die eigentlich nur durch die vergleichsweise großen paarigen Blätter auffällt. Dass die kleinen grünen Einzelblüten sehr hübsch und orchideentypisch sind, sieht man erst bei genauerer Betrachtung. Der Gesamtbestand wird auf weit über 100 (überwiegend steril) geschätzt.

Nach Passieren der Wiese wurde das Ufer des Viktoriasees erreicht. Begrüßt wurden wir von mehreren Rohrsängern, die um die Wette sangen. Im Schilfgürtel war keiner zu sehen. Der Lautstärke nach dürfte es sich aber um Drosselrohrsänger gehandelt haben.

Dann wurde mit der Orchideensuche begonnen. Denn nach der Karte sollten sie hier stehen: das Helmknabenkraut und die Sumpfsitter.

Die Sumpfsitter wurde nicht gefunden. Es war sicher auch noch etwas früh, denn sie blüht erst im Juni/Juli. Und das Auffinden der noch kleinen blütenlosen Sprosse im wuchernden Uferbereich wäre wohl nur zufällig geglückt. Michael Wetzel nahm sich vor, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal vorbeizuschauen.

Mit dem Helmknabenkraut hatten wir mehr Glück. Insgesamt sechs blühende Exemplare an zwei Standorten wurden entdeckt. Da es sich um das einzige aktuelle Vorkommen im Landkreis handelt, wurde ausgiebig fotografiert.

Am Nordwestufer entdeckte Michael Wetzel noch etwas Besonderes: Kleines Wintergrün (Pyrola minor, Pm). Dieses kleine immergrüne Kraut ist ausdauernd und in unserer Gegend sehr selten.

 

Zurück ging es dann auf einem Pfad entlang der ehemaligen Grenze und durch die Offleber Kleingartenanlage.

Und hier ist der Exkursionsbericht zum Ausdrucken:

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Bericht Exkursion 15.04.2023 Viktoriasee
2024_01_21we Bericht Exkursion 2023_05_1
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