11.05.2025 Exkursion Bartensleber Forst

 

Unsere erste Maiexkursion führte in den Bartensleber Forst. Das ist ein recht großes Waldgebiet im westlichen Teil des Kreises, zwischen Hörsingen und Bartensleben. Der Forst besteht in großen Teilen aus Laubmischwald. Wegen seines naturnahen Charakters und zahlreicher Erdfälle infolge unterirdischer Auslaugungen wurden Teile bereits 1961 als Naturschutzgebiet (NSG) „Bartensleber Forst“ ausgewiesen. Das seit 2018 festgelegte Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) „Bartensleber Forst im Aller-Hügelland“ ist deckungsgleich. Charakteristisch und gleichzeitig Schutzschwerpunkte sind u. a. die Waldlebensraumtypen Waldmeister-Buchenwald und Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald. 

Zunächst wurde ein Blick auf die Schautafel am Treffpunkt geworfen. Exkursionsleiter Michael Wetzel erläuterte die geplante Exkursionsrunde im südwestlichen Teil des Schutzgebietes. Und dann ging es auch gleich los. Schnell wurde klar, dass es für den frühen Frühjahrsaspekt schon zu spät war.

Typische Bodenpflanzen wie Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Hohe Primel (Primula elatior), Schuppenwurz (Lathraea squamaria) und Waldveilchen (Viola reichenbachiana) waren schon verblüht.

Dafür gab es Bodenpflanzen des Vollfrühlings: Bärlauch (Allium ursinum) Bergehrenpreis (Veronica montana), Zaunwicke (Vicia sepium) und Türkenbund (Lilium martagon). Letzterer fällt mit seinen quirligen Blättern auf, blüht erst später und wird durch das Wild gern verbissen.

Am Wegrand fielen mehrere kleine Baumsämlinge mit charakteristischer Blattform auf: Elsbeere (Sorbus torminalis). Ein zugehöriger Fruchtbaum wurde nicht entdeckt. Wie die Sämlinge wohl hier hergelangt sind?

Dann weckte ein größerer Erdfall mit beachtlicher Größe das Interesse (Altjagen 16). Alt konnte er noch nicht sein. In der topografischen Karte aus den 1930er Jahren ist er (noch) nicht enthalten, in der Karte aus den 1980er Jahren auch nicht. Erst in der Karte von 2001 ist er eingetragen. Entsprechend der  Karte aus 2020 stand hier  Wasser drin. Jetzt war er verlandet. Er wurde einmal umrundet. Dass hier gelegentlich mal etwas nachrutscht, war an einer am Rand stehenden Eiche, die untypische Stelzwurzeln hatte, zu sehen.

Der weitere Weg war etwas offener. Hier blühten schon die Knackelbeere (Fragaria viridis; von der Walderdbeere an der zurückgesetzten Spitze des mittleren Blatt-Blättchens zu unterscheiden) und die Hainsternmiere (Stellaria holostea). Dieses Nelkengewächs (kreuzgegenständige Blätter) ist weit verbreitet. Eine Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum) stand kurz vor der Blüte. Dann fiel eine Pflanze mit knallgelben Blüten auf. An den jeweils vier Kronblättern war zu erkennen, dass es sich um einen Kreuzblütler handelt. Die Nachbestimmung ergab: Echte Winterkresse (= Barbarakraut; Barbarea vulgaris).

An der Südwestspitze im Raaf (Altjagen 20) befindet sich ein älterer flacher Erdfall, der in der Erinnerung schon immer mit Wasser gefüllt war. Das Gewässer ist als Kranichbrutplatz bekannt. Jetzt war es ziemlich zugewachsen. Im offenen Teil ragten etliche Blütenstände der Wasserfeder (Hottonia palustris) aus dem Wasser. Außer dem Blütenstand befinden sich alle Pflanzenteile unter Wasser. Ohne die Blüten würde wohl niemand darauf kommen, dass es sich um ein Primelgewächs handelt. 

Zurück ging es dann an der Südkante des Waldes. Im Schatten der Bäume wurden charakteristische Bodenpflanzen reicher Wälder entdeckt: Einblütiges Perlgras (Medica uniflora), Bergplatterbse (Lathyrus linifolius) und Rote Lichtnelke (Silene dioica). Aus dem Bartensleber Forst sind mehrere Orchideenfunde bekannt. Am Exkursionstag wurden jedoch keine Orchideen gefunden.

Zum Schluss wurde noch ein weiterer Erdfall (In Altjagen 19 gibt es eine ganze Gruppe.) bestaunt. Michael Wetzels Bitte, für ein Gesamtfoto doch etwas weiter an den Rand zu treten, wurde abgelehnt. 

Neben den besichtigten gibt es noch eine Reihe weiterer Erdfälle. Imposant ist der im Stolpen (Altjagen 10). Er wurde in den 1930er Jahren als Naturdenkmal (ND) ausgewiesen.

 Neue Erdfälle können im Bartensleber Forst überall und plötzlich entstehen.

gez. Michael Wetzel

 

Und hier ist der Exkursionsbericht zum Ausdrucken:

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Bericht Exkursion 11.05.2025 Bartensleber Forst
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