Am 8. Februar fand unsere Februarexkursion statt. Geplant war eine Winterexkursion entlang der Elbe zwischen Heinrichsberg und dem Braunschweiger Loch. Und welch ein Glück: Es war wirklich Winter. Zwar gab es auf der Elbe kein Treibeis mehr (wie noch vor Wochenfrist), aber Eis und Schnee waren an der Elbe und auf den angrenzenden Flächen ausreichend vorhanden. Die Chancen, durchziehende/rastende Wasservögel zu beobachten, standen nicht schlecht.
Los ging es von der ehemaligen Heinrichsberger Fähranlegerstelle entlang der Elbe südwärts. Ein erstes Absuchen der Elbe brachte keine Sichterfolge. Durch den Nebel war aber hin und wieder das Pfeifen der Pfeifenten vom gegenüberliegenden Ufer zu hören.
Dann flogen ein Kormoran und mehrere Großmöwen (wahrscheinlich Silbermöwen) über der Elbe und drei Singschwäne über uns vorbei. Etwas danach trieben zwei Schellerpel auf der Elbe. Als sie uns wahrnahmen, flogen sie mit dem namensgebenden „Schellen“ ab. Vor der nächsten Buhne tauchte ein kleiner dunkler Punkt abwechselnd weg und wieder auf ... wahrscheinlich ein Zwergtaucher. Am Elbufer fiel eine riesige, am Stamm knorrige Pappel auf. Die Vermutung lag nahe, dass es sich um eine echte Schwarzpappel handelt. Denn es soll noch vereinzelte Exemplare an der Elbe geben.
Dann erregte ein großer Greif im Nebel des gegenüberliegenden Ufers die Aufmerksamkeit. Das Spektiv wurde ausgepackt und auf den Greif ausgerichtet: ein Seeadler. Als später noch ein zweiter dazukam, strichen beide in Richtung Süden ab.
Auf der Elbe schwammen zwölf Reiherenten und zwei männliche Gänsesäger flogen vorbei.
Zwischenzeitlich war das Braunschweiger Loch erreicht.
Die Anbindung zur Elbe war nicht mehr vollständig zugefroren. Das Braunschweiger Loch selbst war komplett vereist. Die Spuren darauf zeigten, dass einige Mutige an den Vortagen auf dem Eis waren. Die Exkursionsteilnehmer nahmen jedoch Abstand davon.
Auch etwas Botanisches hatte die Exkursion zu bieten. Wilfried Westhus zeigte mehrere Stromtalpflanzen im abgestorbenen/vertrockneten Zustand: u. a. die Elbspitzklette (sieht aus wie eine Klette, ist aber keine) und den Einjährigen Beifuß (duftet auch noch abgestorben aromatisch).
Wiederholt wurden Spuren im Schnee entdeckt.
Exkursionsleiter Michael Wetzel erklärte, wie die von einem Hasen entsteht: Die zwei hintereinander liegenden kleineren Abdrücke sind die der Vorderläufe. Die davor nebeneinander liegenden stammen von den Hinterläufen. Die entdeckten Tatzenfährten waren wohl die von einem Waschbären. Die allermeisten Raubsäugerfährten dürften von Hunden stammen. Vielleicht waren auch welche vom Fuchs dabei. Annegret Stellmach berichtete von Wolfsnachweisen im Raum Glindenberg. Geübte können Wolfs- von Hundefährten unterscheiden.
Auch Trittsiegel von Vögeln gab es im Schnee: Graureiher, Fasan?, Krähen?, Drosseln?.
Zurück ging es auf dem Deich. Ackerseits gab es Gänse zu beobachten: Graugänse (vergleichsweise groß) und Blässgänse (deutlich quergestreifte Brust). Ob auch Saatgänse (bräunlicher Kopf) dabei waren, war im Dunst nicht genau zu erkennen. Und im Hintergrund ästen Höckerschwäne.
Rechtzeitig zum Mittag hatten die 14 Exkursionsteilnehmer die etwa fünf Kilometer lange Strecke geschafft. Auch wenn die Sicht nicht die Beste war, erfolgreich war die Exkursion auf jeden Fall.
gez. Michael Wetzel
Und hier ist der Exkursionsbericht zum Ausdrucken: