Am 7. Juni fand unsere erste Sommerexkursion statt. Diesmal ging es ins „Ausland“. Ziel war der Humberg westlich von Schwanebeck, im Altkreis Halberstadt. Der Humberg bildet die östliche Spitze des Huy. Hier steht Muschelkalk oberflächennah an. Darauf hat sich ein artenreicher Trockenrasen etabliert. Auf dem unteren südexponierten Hang befindet sich eine aufgelassene Obstwiese, die von Verbuschung bedroht ist. Der Humberg ist als Flächennaturdenkmal (FND) und als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) ausgewiesen.
Leider fand sich am Treffpunkt niemand ein. Es war wohl einfach zu viel los (u. a. Sachsen-Anhalt-Tag). So ging Exkursionsleiter Michael Wetzel allein eine Runde.
An der Zuwegung wurden gleich zwei typische Kalkpflanzen gefunden: Feldrittersporn (Consolida regalis), Mittlerer Wegerich (Plantago media). Gleich mehrere Grau- (Emberiza calandra) und Goldammern (Emberiza citrinella) präsentierten ihren Reviergesang. An einer Färberresede (Reseda luteola) saß ein Trauerrosenkäfer (Oxythyrea funesta). Dass hier Kalk ansteht, war auf dem Acker deutlich zu sehen.
Dann ging es in die Fläche.
Hier wurde nahezu alles gefunden, was ein Botanikerherz sich in einem Kalktrockenrasen wünscht.
Hervorzuheben sind insbesondere die Vorkommen der beiden Orchideenarten: Bocksriemenzunge (Himantoglossum hircinum) und Bienenragwurz (Ophrys apifera). Die Blüten der Bocksriemenzunge sollen nach Ziegenbock riechen. Vielleicht, weil es stark windig war, war nichts zu riechen. Die Lippe der Bienenragwurzblüte ähnelt dem Hinterleib einer Biene und soll angeblich Insekten zur Bestäubung anlocken. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Bienenragwurz wohl eher selbstbestäubend ist.
Bemerkenswert sind auch die Vorkommen des Färbermeiers (Asperula tinctoria), des Mittleren Vermeinkrauts (Thesium linophyllon) und des Sonnenröschens (Helianthemum nummularium). Vorkommen der drei Arten im Altkreis Ohrekreis fallen Michael Wetzel auf Anhieb nicht ein. Vorkommen von Hügelmeier (Asperula cynanchica) und Großblütiger Braunelle (Prunella grandiflora) sind dagegen auch auf den Trockenrasen im heimischen Exkursionsgebiet bekannt.
Nebenbei wurden auch einige Vogelarten verhört: Neuntöter (Lanius collurio), Bienenfresser (Merops apiaster), Baumpieper (Anthus trivialis), Hohltaube (Columba oenas), Wendehals (Jynx torquilla).
Ganz zum Schluss schweifte der Blick noch einmal in die Runde. Ganz im Westen waren Kirchtürme zu sehen. Es dürfte sich um die auf der Huysburg handeln.
Tab.: Artenliste floristische Funde
Michael Wetzel war zufrieden. Am Ende hatte er 37 Trockenrasenpflanzenarten auf der Liste. Alle botanisch Interessierten hatten sicher etwas verpasst. … Aber man kann den Humberg ja auch privat selbständig erkunden.
gez. Michael Wetzel
Und hier ist der Exkursionsbericht zum Ausdrucken: