09.09.2018 Exkursion Obstsortensammlungen NABU Barleben

2018 ist ein Obstjahr. Auch auf den vom NABU Barleben bewirtschafteten Streuobstbeständen gab es eine reiche Ernte. Interessant ist dabei immer die Frage, welche Sorten es für welche Zwecke gibt. Aus diesem Grunde hatten wir zum 09. September zu einer Begehung der Apfel-Sortensammlungen des NABU Barleben geladen, unter der Leitung von NABU-Mitglied Yves Bloege.

 

 

 

 

 

 

Erste Station war die Apfel-Streuobstwiese im Technologiepark Ostfalen nördlich des IGZ. Yves Bloege hat sich in der Vergangenheit wiederholt mit dem Apfelanbau und der -nutzung beschäftigt. Zunächst erläuterte er etwas zum Unterschied in der Reife und in der Nutzung. Die Pflückreife ist erreicht, wenn sich die Frucht beim Anheben und Seitwärtskippen leicht löst. Insbesondere bei den frühen Sorten sind Pflück- und Genussreife nahezu identisch (z. B. Grafensteiner). Andere Sorten (z. B. Ontario) schmecken bei der Ernte zunächst überhaupt nicht. Sie brauchen eine Lagerzeit bis zur Genussreife. Früher war das wichtig, war doch der Apfel eine wichtige Vitaminquelle über das gesamte Winterhalbjahr bis in den nächsten Sommer hinein. Die Sortenerfahrung, weitergetragen innerhalb der Familie, war wichtig. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland etwa 2.300 angebaute Apfelsorten. Viele davon waren Regionalsorten. Die älteste heute noch bekannte Sorte ist der Borsdorfer (ca. 1170). Heute gibt es zu jeder Jahreszeit Obst in jeder Form aus der ganzen Welt. Apfelsorten gibt es im Handel nur noch rund 50. Deshalb ist die Erhaltung der „alten“ Sorten wichtig.

Dann ging es in die Fläche. Dort stehen ca. 170 Bäume, nicht alle im besten Zustand und nicht alle mit Früchten. Aber zum Ansehen und Kosten war genug da. Verkostet wurde zum Beispiel die englische Sorte Laxton Superb. Die schmeckte richtig süß, ebenso wie der Glockenapfel. Andere waren echt sauer. Deren Genussreife liegt sicher später im Jahr.

 

Zweite Station war die Sortensammlung am Buschweg. Hier stehen ca. 120 Apfel- und ca. 120 Pflaumenbäume. Die Äpfel sind schon im ertragsfähigen Alter und waren teilweise überreich behangen. Auch hier wurde fleißig gekostet. Irgendwann waren die fünf Teilnehmer satt. Zum Schluss gab es noch einen kleinen Abstecher zu den Pflaumen. Die hatten jedoch nur wenige Früchte.