24.08.2017 Exkursion Werlberge

Die traditionelle Freitagsnachmittagsexkursion mit dem Bundesforstbetrieb (BFB) fand 2017  an einem Donnerstag statt: 24. August. Diesmal geht es in den Ostteil der Colbitz-Letzlinger Heide.

 

Nördlich von Dolle befindet sich das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) "Kleingewässer westlich Werlberge". Es ist mit 49 ha relativ klein und liegt mitten im Wald, in Reichweite der geplanten A 14nord-Trasse. Schutzziele sind u. a. zwei Wald-Lebensraumtypen, ein Moor-Lebensraumtyp und drei Käferarten. Darunter ist auch der seltene Hirschkäfer.

 

Vom Treffpunkt an der B 189 ging es zunächst in östliche Richtung zur nordwestlichen Spitze des FFH-Gebiets. Einigermaßen überrascht waren die neun Teilnehmer schon, dass hier kürzlich eine kahlschlagnahe Durchforstung stattgefunden hatte. Ob das mit den Schutz- und Erhaltungszielen des FFH-Gebiets vereinbar ist? Weiter ging zum ersten Soll, dem Buchensoll. Der war vollständig mit Laichkraut bedeckt. Gleich neben dem Soll stand eine  stattliche Doppel-Eiche. Der eine Teil war schon völlig morsch. Die Durchsuchung des Mulms und der Löcher auf Hirschkäfer- oder sonstige Holzbewohner blieb erfolglos. 

 

Weiter ging es in Richtung Südosten, bis zu einer Lichtung. Das war der Kranichsoll. Im Gegensatz zu den anderen hier genannten Söllen ist er natürlich und zwischenzeitlich fast vollständig verlandet. Bülten aus Binsen und Seggen und hier und da Torfmoos an Wasserlöchern deuteten jedoch darauf hin, dass es wohl besser wäre, hier nicht quer durchzugehen. Wir wendeten uns ab in Richtung Eichensoll durch den auch hier durchforsteten Bestand. Der Eichensoll, benannt nach einer einzelnen bereits abgestorbenen Alteiche, befindet sich im südwestlichen Teil des FFH-Gebiets und war auf Anhieb nicht so leicht zu finden. Auch hier war die Wasserfläche völlig mit Laichkraut bedeckt. Weiter ging es am südlichen Gebietsrand. Hier standen mehrere Eichen, die als Aufenthalts- und Brutbäume von Hirschkäfer und Heldbock bekannt sind. Die Stämme wurden abgesucht. Aber außer zahlreichen Löchern wurden keine Käferhinweise entdeckt. Im Weiteren trafen wir dann auf einen Fichten-Kahlschlag. Der Anblick war nun nicht mehr überraschend sondern eher bedenklich und musste nachträglich hinterfragt werden. Die Rücktour führte dann zunächst entlang des ehemaligen Postwegs durch einen mittleren Kiefernbestand. Hier wurden auch einige Pilze gefunden (Einige Teilnehmer hatten extra ihre Pilzkörbe mitgebracht).

 

Horst Schulze (2. v. l.) erklärt die Durchforstungen.; Foto: Michael Wetzel
Horst Schulze (2. v. l.) erklärt die Durchforstungen.; Foto: Michael Wetzel

 

Nach einem kleinen Abstecher zum Sühlkolk (liegt östlich des FFH-Gebiets) holte uns der eigentlich für die Führung verabredete und aus dienstlichen Gründen verspätete BFB-Revierleiter Horst Schulze ein. Er konnte auch die zu hinterfragenden Kahlschläge und Durchforstungen erklären. Hier handelt es sich um Arbeiten zur Umsetzung einer für die A 14-Nordverlängerung planfestgestellten sogenannten CEF-Maßnahme (Maßnahme zur Sicherung der ökologischen Funktionalität). Im Klartext bedeutet das: Umbau der Nadelforstbereiche in einen standortgerechten Laubmischwald mit Alt-/Totholz-Anteilen. Und diese Maßnahme ist eindeutig zielführend  im Sinne der Schutz- und Erhaltungsziele des FFH-Gebiets. Die Exkursionsteilnehmer waren erleichtert. Horst Schulze berichtete dann noch über Dieses und Jenes zum Gebiet (u. a. Wolf, Wildkatze), bevor der ca. dreistündige Rundgang beendet wurde.