19.11.2017 Exkursion Piplockenburg

Irgendwie scheinen wir mit unseren Novemberexkursionen wenig Wetterglück zu haben. Das war schon in den Vorjahren so. Und auch am 19. November 2017 war es grau, trübe, windig und nass. Auch wenn deshalb in unserem Exkursionsgebiet Drömling nur wenig Sehenswertes zu erwarten war, haben wir uns zu viert auf den Weg gemacht.

Zunächst ging es zur Flachwasserzone. Diese entstand 2002 als Kompensationsmaßnahme im Zuge des Mittellandkanalausbaus direkt neben dem Kanal auf ehemaligem Nassgrünland. Sie ist zwischenzeitlich auf ca. 40 ha (reine Wasserfläche) erweitert worden. Die Flachwasserzone hat sich seit ihrer Anlage zu einem bedeutenden Lebensraum und Rastvogelplatz entwickelt. Erfolgsuntersuchungen aus 2012 belegen das (BIODATA 2012). 

 

Bei unserem Eintritt in den Beobachtungsunterstand saß da schon ein Interessierter mit Kamera. Er berichtete, dass sich wie erwartet die Beobachtungen in Grenzen hielten. Auf dem Wasser schwammen je ein Trupp Stock- und Pfeifenten. Die Männchen der Letzteren sind an ihrer gelben Stirn gut zu erkennen. Die charakteristischen Pfeiflaute waren jedoch nicht zu hören. Darüber hinaus gab es einen Graureiher, einen Silberreiher und einige Kormorane. Das war es dann aber auch.

Weiter ging es am Mittellandkanal entlang. In regelmäßigen Abständen gab es Biberrutschen und –schnitte. Die Nager fühlen sich in diesem Bereich offenbar sehr wohl. Aus einem tangierenden Kleingewässer ist eine Biberburg bekannt. Hin und wieder waren vereinzelt Singvögel zu hören, unter anderen  Schwanzmeisen. Die ziehen im Winterhalbjahr gern in kleinen Gruppen umher und sind durch ihr charakteristisches Getschirre leicht auszumachen.  

 

Grau- und Silberreiher; Foto: Michael Wetzel
Grau- und Silberreiher; Foto: Michael Wetzel

Hinter der Mannhauser Kanalbrücke ging es nach Norden weiter, durch eine schnurgerade Pappelallee, die überraschend wenige Sturmschäden hatte. An der Allerkanalbrücke wurde ein Rotmilan beobachtet.

Zurück ging es entlang des Allerkanals. Links und rechts befinden sich binsenreiche Nasswiesen, die zu dieser Jahreszeit ein eintöniges und wenig lebensfreundliches Erscheinungsbild abgeben. An einigen der begleitenden Starkeschen wurden am Stammfuß Pilzfruchtkörper gefunden (Schüpplinge?). Hier muss in absehbarer Zeit mit Bruchschäden gerechnet werden. Dann wurde in der Luft ein Seeadler entdeckt. An dem weißen Sturz war zu erkennen, dass es sich um einen Altvogel handelt.

 

Nach zweieinhalbstündiger Runde wurde der Ausgangspunkt erreicht. Als Fazit wurde festgestellt: wenig gesehen, aber ein „schöner“ Novemberspaziergang.

 

Quelle:

BIODATA: Erfolgskontrolle an der Flachwasserzone Mannhausen am Mittellandkanal. Untersuchungen zur Fauna und Vegetation. Endbericht. Im Auftrag der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Braunschweig 2012