19.02.2017 Exkursion Salauer Wiesen

Unsere Februarexkursion führte uns am 19. Februar wieder in das Naturschutzgebiet (NSG) Klüdener Pax – Wanneweh. Waren wir im November des Vorjahres im walddominierten Südteil (Schierholz), so ging es diesmal in den äußersten Nordteil. Dieser Teil – die Salauer Wiesen – ist durch Grünländereien geprägt. Mitten hindurch fließt die Wanneweh, die weitgehend westseitig gehölzbestanden ist.  

Für das Exkursionsgebiet lag den Exkursionsteilnehmern eine Karte mit eingetragener Lebensraumtypenkartierung nach FFH-Kriterien vor. Danach entsprechen nur zwei Wiesenteile (Flachland-Mähwiesen), ein Grabensaumabschnitt (Hochstaudenflur) und der Mittelabschnitt der Wanneweh (Fließgewässer mit Schwimmblattvegetation) den FFH-Kriterien. Der überwiegende Flächenanteil ist dem Wirtschaftsgrünland zuzurechnen.

  

Am Treffpunkt Wannewehbrücke der K 1141 hatten sich in den Baumwipfeln Stare eingefunden und sangen erste Balzgesänge. Los ging es auf der Westseite des NSG Richtung Norden. Links über der Ackerfläche waren schon 5 bis 6 Feldlerchen in Frühjahrsstimmung und sangen um ihre Reviere. Auch mehrere Goldammern sangen schon. In der Ferne waren Kranichtrompeten und Schwarzspechtrufe zu hören. Nach den letzten milden Tagen war der Frühling wohl nicht mehr aufzuhalten. 

Blick über die Salauer Wiesen; Foto: Michael Wetzel
Blick über die Salauer Wiesen; Foto: Michael Wetzel

Auf der Wiese wurden zehn Rehe entdeckt, eines davon fast schwarz. Weiter vorn flogen sieben Kiebitze auf. Im weiteren Verlauf kreisten auffällig viele Kolkraben (insgesamt 12) und ein Rotmilan und gingen abwechselnd auf der anderen Wiesenseite nieder. Näher herangekommen lag da ein Reh-Kadaver – eine willkommene Beute.

Kurz vor der Wannewehbrücke der Verbindungsstraße Zobbenitz – Potzehne grasten auf der Wiese zwei Nutrias. Nach offenbar ausgiebiger Mahlzeit begaben sie sich in die Wanneweh und schwammen nach Norden davon. In diesem Bereich waren auch ältere Biberaktivitäten zu sehen.

 

Zurück ging es dann an der Ostseite des NSG. Außer den auf dem Hinweg auf der anderen Seite schon beobachteten Rehen und Kolkraben war nur noch ein Trupp von ca. 30 Wacholderdrosseln bemerkenswert, der nicht in den Gehölzen sondern auf der Wiese nach Fressbarem suchte.