18.06.2017 Exkursion Unterhagen

Unsere Juni-Exkursion führte am 18. des Monats in die Nordostspitze des Ramstedter Forsts. Unweit von Heinrichshorst befindet sich ein eher sumpfiger Waldteil: der Unterhagen. Und im Unterhagen gibt es eine Lichtung, die einige besondere Pflanzenarten beherbergt, und die deshalb als Flächennaturdenkmal (FND) ausgewiesen ist.

 

Am Wegrand dorthin gab es eine unscheinbare Rarität: den Bergehrenpreis. Seine Früchte ähneln einer Brille. Nach unserer Kenntnis ist das der einzige Fundort im Altkreis. Angetroffen wurden auch die beiden gelbblühenden Waldspringkrautarten: das Kleinblütige und das Echte.

Bergehrenpreis; Foto: Michael Wetzel
Bergehrenpreis; Foto: Michael Wetzel
Im FND Unterhagen; Foto: Michael Wetzel
Im FND Unterhagen; Foto: Michael Wetzel

Auf der Lichtung angekommen wurde als erstes festgestellt, dass hier ein Pflegeeinsatz dringend nötig ist. Die ursprüngliche Nasswiese stellte sich als verschilfende, hohe Staudenflur dar, mit zunehmender Einwanderung unerwünschter Pflanzen wie Giersch, Reitgras, Himbeere und Brennnessel. Aber auch die „Gewünschten“ wurden gefunden: Kohlkratzdistel (weiß), Sumpfkratzdistel (lila), Helmkraut (blau), Großes Mädesüß (weiß), Glanzwiesenraute (noch nicht blühend). Eigentliche Attraktion ist die Sibirische Schwertlilie (blau). Sie war leider schon verblüht, aber die Fruchtstände wurden gefunden. Von ihr ist außer im Unterhagen nur noch ein zweiter Fundort im Altkreis bekannt. Und dann wurden auch noch blühende Orchideen entdeckt. Eigentlich sollte es das Fuchssche Knabenkraut sein, aber bei der Nachbestimmung ging die Tendenz eher zum Gefleckten Knabenkraut. Die exakte Bestimmung ist strittig.

Fuchssches oder doch Geflecktes Knabenkraut?; Foto: Michael Wetzel
Fuchssches oder doch Geflecktes Knabenkraut?; Foto: Michael Wetzel

Der Rückweg führte dann quer durch das matschige Unterholz in Richtung Norden, durch teils hohe Krautbestände. Mit Gummistiefeln war man im Vorteil. Unterwegs wurden unter anderem fruchtende Einbeeren, die Horste von drei verschiedenen Binsenarten und das Sumpflabkraut gefunden. Nach dieser eher abenteuerlichen Walddurchquerung fanden wir uns an einer eher unerwarteten Stelle am Ackerrand wieder. Hier konnten noch verschiedene Unkrautarten gezeigt werden, unter anderem die beiden Knopfkrautarten: das Zottige und das Kleinblütige Franzosenkraut.

 

Ganz zum Schluss gab es noch die ersten Pilze der Saison: Rotfußröhrlinge. Und es waren immerhin so viele, dass sie nicht in zwei Hände passten. Wozu doch manchmal eine NABU-Mütze gut ist ...