16.07.2017 Exkursion Obere Krummbek

Unsere erste Sommerexkursion führte am 16. Juli in den Flechtender Forst. Dort entspringt östlich von Behnsdorf die Krummbek, ein Nebenbach der Speetze. Beide Bäche bilden zusammen das linienhafte Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) „Speetze und Krummbek im Ohre-Aller-Hügelland“. Zu den Schutzobjekten gehören u. a. drei Fischarten und die Fließgewässervegetation der Flachlandbäche. Unsere Exkursion sah eine Begehung der oberen Krummbek vor, von der in der Karte eingetragenen  Quelle aus ca. zweieinhalb Kilometer bachabwärts.

Die Krummbek-Quelle stellte sich als Beginn eines trocken gefallenen Grabens dar. Zu Dritt ging es zunächst in Richtung Norden, teils neben dem, teils im trockenen Graben. Im Unterholz mit ziemlich viel fruchtendem Faulbaum blühten auffällig viele Je-länger-je-lieber-Lianen. Auch Pilze wurden entdeckt: Maronen, Ziegenlippen. Nach  etwa 500 m grenzte eine Waldwiese an. Als typische Nasswiesenpflanzen, die aber sonst eher selten sind, wurden gefunden: Sumpfziest (helllila), Sumpfschafgarbe (weiß), Brennender Hahnenfuß (gelb), Waldengelwurz (noch in Knospe). Im weiteren Verlauf wurden weitere Wiesen passiert. Hier gab es teilweise flächige Bestände der Sumpfschafgarbe und auch sonst zahlreiche Blüten, auf denen sich Insekten tummelten. In der Krummbek gab es immer noch kein offenes Wasser, aber einige Pflanzen wiesen doch deutlich auf Nässe hin: Ackerminze (helllila), Wolfstrapp (weiß), Binsen.

Salbeigamander; Foto: Michael Wetzel
Salbeigamander; Foto: Michael Wetzel

Weiter ging es an der Waldkante entlang. Hier wurde der ungenießbare Gallenröhrling (rosa Röhren) entdeckt, ein typischer Sommerpilz. Teilweise wurde das Unterholz undurchdringlich. In der Krummbek gab es hier und da Pfützen mit vereinzelten Wasserschwertlilien. Und auch ein Froschlöffel wurde entdeckt. Dann trat die Krummbek in den Wald ein, zunächst in eine Art Erlenbruchwald, dann in einen Mischwald. Der schlängelnde Bachverlauf war zwar erkennbar, aber von Wasser gab es keine Spur.

 

Zurück ging es über einen Waldweg. Dort wurde eine bislang bei unseren Exkursionen nicht nachgewiesene Pflanze entdeckt, und dass gleich in flächigen Beständen: Salbeigamander.

  

Es ist nicht vorstellbar, dass das abgelaufene Krummbek-Stück die fachlichen Kriterien des ausgewiesenen FFH-Gebiets erfüllt. Für die angegebenen Schutzziele fehlt einfach das Wasser. Zu gegebener Zeit ist die Abgrenzung des FFH-Gebiets sicherlich zu korrigieren.